Der Hunsrück ist eine Landschaft, keine Verwaltungseinheit. Es gibt keinen Landkreis Hunsrück und keine amtliche Einwohnerzahl. Was es gibt, ist eine sehr konkrete gemeinsame Erfahrung: In sechs Jahren sind hier vier Versorgungsstandorte weggefallen, und die Fahrt zur nächsten Notaufnahme ist länger geworden.
Die meisten Angehörigen suchen nach 24-Stunden-Betreuung oder 24-Stunden-Pflege. Ich verwende die Begriffe, weil danach gesucht wird, sage aber dazu, was fachlich und rechtlich gemeint ist: eine Live-in-Betreuung. Eine Betreuungskraft lebt mit im Haushalt und ist da, wenn sie gebraucht wird, mit gesetzlich geregelten Arbeits- und Ruhezeiten. Anwesenheit rund um die Uhr ist möglich, durchgehende Arbeit wäre nicht erlaubt.
Ich bin Jens Flammiger, seit dem Jahr 2000 in der Pflege, vom Praktikanten bis zur Pflegedienstleitung. Mein Büro ist in Idar-Oberstein, am Südrand dieser Region. Von dort fahre ich über die B 41, die B 422 und die Hunsrückhöhenstraße auch in Orte, die in keiner Anbieterliste stehen.
Der alte Merkspruch aus den Hunsrücker Grundschulen ist bis heute die genaueste Definition: „Mosel, Nahe, Saar und Rhein schließen unsern Hunsrück ein.“ Dazwischen liegt eine Hochfläche auf 400 bis 500 Metern mit dem Erbeskopf als höchstem Berg von Rheinland-Pfalz, verteilt auf sieben Landkreise. Die Kernkreise erreichen rund 100 Einwohner je Quadratkilometer, halb so viel wie das Land insgesamt.
Am 30. September 2020 schlossen die Loreley-Kliniken in Sankt Goar und Oberwesel, weil sie dauerhaft unrentabel waren. Zum 1. Januar 2024 wurde die Bereitschaftspraxis Emmelshausen dauerhaft geschlossen; Resolutionen aus der Region blieben erfolglos. Am 30. Juni 2025 folgte das Klinikum Zell an der Mosel.
Und seit dem 1. Juli 2026 ist das Heilig Geist Krankenhaus Boppard eine Regioklinik: Chirurgie und Zentrale Notaufnahme sind geschlossen, erhalten bleiben unter anderem Geriatrie, Innere Medizin und Wundmedizin. Ein First-Response-Team versorgt dort rund um die Uhr ausdrücklich nicht lebensbedrohliche Notfälle – bei Atemnot, Brustschmerz oder Schlaganfallzeichen gilt weiterhin die 112. Das Krankenhaus Morbach war schon Anfang der 1980er-Jahre geschlossen worden.
Was anderswo weggefallen ist, konzentriert sich heute in Simmern: die Hunsrück Klinik der kreuznacher diakonie mit durchgehender Zentraler Notaufnahme, die Bereitschaftspraxis, Kreisverwaltung und Gesundheitsamt, ein Pflegestützpunkt, Sozialstationen, Tagespflege, Pflegeheime, ein Hospiz und eine eigene Pflegeschule. Für den mittleren und nördlichen Hunsrück ist das der Versorgungsanker.
Dorthin zu kommen, ist Autosache. Das Eisenbahnnetz des Rhein-Hunsrück-Kreises umfasste einmal 143 Kilometer; für den Personenverkehr blieben 44. Der Bahnhof Simmern ist heute Busbahnhof, Kastellaun und Kirchberg haben keinen Personenzug. Was fährt, ist die Hunsrückbahn Boppard–Emmelshausen, etwa stündlich als RB 37. Aus vielen Hunsrück-Orten sind 30 bis 45 Minuten bis zur nächsten Notaufnahme einzuplanen.
Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist mit Pflegestützpunkten vergleichsweise gut ausgestattet: Simmern, Kastellaun, Kirchberg, Boppard/Emmelshausen und Damscheid für das ehemalige Gebiet St. Goar-Oberwesel. Die Schwerpunkte unterscheiden sich – Kastellaun berät zum barrierefreien Wohnen, Kirchberg bietet einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige und kostenlose Pflege- und Demenzkurse, Simmern trägt die Initiative „Im Alter zuhause leben“ mit.
Im Süden und Westen ist das Netz dünner. Der Pflegestützpunkt Thalfang ist allein für die Verbandsgemeinde Thalfang und die Gemeinde Morbach zuständig, ein Gebiet mit weit über 10.000 Einwohnern. Im Landkreis Birkenfeld gibt es Stützpunkte in Herrstein, Idar-Oberstein und Birkenfeld. Hausbesuche sind überall vorgesehen.
Die amtliche Statistik zählt zum 15. Dezember 2021 im Rhein-Hunsrück-Kreis 6.289 Pflegebedürftige bei 1.282 Heimplätzen, im Kreis Birkenfeld 5.467 bei 1.154, im Kreis Bernkastel-Wittlich 6.468 bei 1.397. Das sind überall 20 bis 22 Plätze je 100 Pflegebedürftige. Vier von fünf Menschen mit Pflegebedarf werden hier also nicht stationär versorgt – Pflege zu Hause ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Dass Plätze zugleich knapper werden, lässt sich belegen: Nach der Insolvenz des Trägers im Juni 2024 schloss das Haus St. Michael in Kirchberg bis April 2025; Bewohner zogen zum Teil ins Puricelli Stift nach Rheinböllen. Als Gründe nannte der Träger Finanzierungsprobleme der Pflegebranche und anhaltenden Fachkräftemangel.
Auf einen freipraktizierenden Arzt kommen im Rhein-Hunsrück-Kreis 674 Einwohner, im Kreis Birkenfeld 668, in Cochem-Zell 762 und in Trier-Saarburg 864 – im Land sind es 570 (Stand 31.12.2021). Ich sage bewusst dazu, was diese Zahl nicht kann: Sie zählt alle Fachrichtungen und keine angestellten Praxisärzte. Eine Aussage zur Hausarztdichte lässt sich damit nicht belegen.
Es gibt auch Gegenbeispiele. Die Arztpraxis Rhaunen wird seit dem 1. Januar 2025 von einem Facharzt für Allgemeinmedizin weitergeführt, mit barrierefreien Räumen und Hausbesuchen im Einzugsgebiet. In dieser Region ist eine gelungene Praxisnachfolge bemerkenswert genug, um sie zu erwähnen.
Die pauschale Erzählung vom sterbenden Hunsrück halten die amtlichen Zahlen nicht aus. Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist zwischen 2011 und 2021 um ein Prozent gewachsen und zählte Ende 2025 106.726 Einwohner. Der Westen verliert, der Osten und Norden gewinnen. Was stimmt: Die Bevölkerung wird älter. 23,7 bis 25,4 Prozent sind 65 und älter, das Medianalter liegt bei 48 bis 50 Jahren, und Zuwachs entsteht nur durch Zuzug.
Das zweite, was stimmt, betrifft die Kinder. Ein großer Teil der Erwerbstätigen pendelt ins Rhein-Main-Gebiet, nach Koblenz, Trier, Luxemburg oder ins Saarland. Die Vorstellung, man könne mittags mal eben rüberfahren, scheitert an dieser Entfernung. Weggehen ist hier seit dem 19. Jahrhundert eine kollektive Erfahrung – das erklärt auch die tiefe Bindung an das Zuhausebleiben.
Wenn Angehörige von auswärts kommen oder ein Termin ansteht, zählt vor allem eines: wie lange man tatsächlich fährt.
| Nächstes Krankenhaus Hunsrück Klinik Simmern · Simmern | 1,0 km · rund 3 Min mit dem Auto Route planen ↗ |
| Zuständiger Pflegestützpunkt Pflegestützpunkt Simmern · Simmern | im Ort (ab Ortsmitte) Route planen ↗ |
Entfernungen und Fahrzeiten über OpenStreetMap berechnet, Stand 15. September 2026. Wo keine exakte Position der Einrichtung vorliegt, wird ab Ortsmitte gerechnet. Die Angaben sind Anhaltspunkte, keine Zusage.
Zu mir müssen Sie nicht fahren: Ich komme zu Ihnen nach Hause, und das Erstgespräch läuft ohnehin meist am Telefon.
Der typische Hunsrück-Ort liegt nicht in einem Tal, sondern auf 400 bis 550 Metern auf einer welligen Hochfläche. Es sind gewachsene Haufendörfer, viele mit unter 500 Einwohnern, dazwischen wenige Kleinstädte als Zentren. Dort stehen freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, ehemalige landwirtschaftliche Anwesen und Eigenheime der 1960er- bis 1990er-Jahre. Anders ist es nur in den Randlagen an Nahe, Mosel und Rhein: enge Täler mit steilen Flanken, und in den historischen Kernen von Kirchberg, Herrstein, Kastellaun oder Oberwesel Fachwerk mit steilen Treppen und kleinen nachgerüsteten Bädern.
Für eine Betreuung zu Hause heißt das zweierlei. Erstens: Platz ist da, Barrierefreiheit nicht. Ein Zimmer für eine Betreuungskraft findet sich fast immer – die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Zimmer frei ist, sondern ob es unten ein Bad gibt; im Denkmal ist ein Treppenlift oft nicht montierbar. Zweitens: Erreichbarkeit ist das Kernproblem. In einem Dorf mit 150 Einwohnern gibt es keinen Arzt, keine Apotheke, keinen Laden und oft keinen Bus nach 18 Uhr. Ambulante Dienste fahren hier weite Touren, und ein erheblicher Teil ihrer Arbeitszeit ist Fahrzeit.
Eine Regionsseite kann nicht aufzählen, was in Ihrem Dorf steht – das unterscheidet sich hier von Verbandsgemeinde zu Verbandsgemeinde, und manches ist in den letzten Jahren verschwunden. Verlässlich ist das Netz der Pflegestützpunkte: Simmern, Kastellaun, Kirchberg, Boppard/Emmelshausen und Damscheid im Rhein-Hunsrück-Kreis, Herrstein, Idar-Oberstein und Birkenfeld im Landkreis Birkenfeld, Thalfang für die Verbandsgemeinde Thalfang und Morbach. Dort erfahren Sie trägerneutral, welche Sozialstation bei Ihnen fährt, wo eine Tagespflege Plätze hat und was Ihnen zusteht; in Kirchberg gibt es zusätzlich kostenlose Pflege- und Demenzkurse und einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige.
Dieser Weg steht bewusst vor meinem. Wenn ein ambulanter Dienst, eine Tagespflege oder eine Kurzzeitpflege die Lücke schließt, ist das der günstigere und für viele der passendere Weg, und ich sage das auch, obwohl ich daran nichts verdiene. Eine Kraft im Haus rechnet sich dort, wo genau diese Angebote an den Entfernungen scheitern.
Im Hunsrück rechne ich die Wege immer mit: zur Notaufnahme nach Simmern oder Wittlich, zur Apotheke, zum Facharzt. Wer diese Fahrten übernimmt, gehört in die Kalkulation.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
| Lohn der Betreuungskraft – mind. gesetzlicher Mindestlohn (2026: 13,90 €/Std., auch Bereitschaftszeit ist zu vergüten) | |
| Sozialabgaben & Versicherung der Kraft (legal angemeldet, mit A1-Bescheinigung bei Entsendung) | |
| An- und Abreise der Betreuungskraft (Wechsel alle 2–3 Monate) | |
| Urlaubs- und Krankheitsvertretung | |
| Organisation, Ansprechpartner & Vermittlung | |
| Unser Einstiegspreis, transparent und legal | ab 3.200 € |
Hinweis: Ein eigenes Zimmer und die Verpflegung der Betreuungskraft stellt die Familie kostenlos bereit. Beispielhafte Größenordnung – der genaue Preis hängt von Pflegebedarf, Sprachkenntnissen und Qualifikation der Kraft ab.
Die einfache Logik: Allein der Mindestlohn für eine 40-Stunden-Woche ergibt rund 2.400 € – bevor Sozialabgaben, An- und Abreise und die Vertretung dazukommen. Deshalb hat eine legale, faire Betreuung ihren Preis, bei uns transparent ab 3.200 € im Monat. Warum „ab 2.400 €" nicht legal sein kann – hier nachgerechnet.
→ Kosten für Ihre Situation durchrechnen · Zuschüsse der Pflegekasse ansehen
Es gibt Anbieter, die mit zu schönen Preisen locken. Diese Punkte sollte ein gutes Angebot offen beantworten:
Ein faires Angebot legt offen, wie sich der Monatspreis zusammensetzt. Lassen Sie sich die Kalkulation immer schriftlich aufschlüsseln.
Auf die Frage „Wie und wo ist die Betreuungskraft angemeldet und versichert?" gibt es nur ausweichende Antworten. Bei legaler Entsendung gehört eine A1-Bescheinigung dazu.
Anreise, Wochenend- und Feiertagszuschläge – alles taucht erst nach Vertragsabschluss auf.
Nur eine Hotline, niemand, den Sie persönlich treffen können. Im Problemfall sind Sie allein.
„Nur heute", „schnell unterschreiben", hohe Vorkasse. Seriöse Anbieter geben Ihnen Zeit.
Was passiert bei Urlaub oder Krankheit? Ohne klare Antwort steht Ihr Angehöriger plötzlich ohne Hilfe da.
Kein Verkaufsgespräch – ein ehrliches Beratungsgespräch. Sie entscheiden in Ruhe.
Sie melden sich – telefonisch, per WhatsApp oder Formular. Unverbindlich.
Wir klären Bedarf, Pflegegrad, Zuschüsse und echte Kosten – transparent.
Wir suchen eine Betreuungskraft, die zu Ihrer Situation passt.
Die Betreuung beginnt – und ich bleibe als Ansprechpartner an Ihrer Seite.
Der Hunsrück verteilt sich über sieben Landkreise und ein Stück Saarland. Wer hier wohnt, orientiert sich nicht an Kreisgrenzen, sondern an Fahrzeiten. Ich auch. Diese Orte kommen in meinen Gesprächen am häufigsten vor – die Dörfer dazwischen fahre ich genauso an.
Die Fragen, die Familien in dieser Region mir am häufigsten stellen.
Ob akuter Notfall oder vorausschauende Planung – Sie bekommen eine ehrliche, kostenlose Einschätzung. Ohne Druck, ohne Verpflichtung.
📞 Telefon: 06781 5688078
📲 Mobil & WhatsApp: 01512 5352493
✉️ E-Mail: j.flammiger@prodomo-pflegehilfe.de
🖨 Fax: 06781 5688079
🕗 Erreichbar: Mo–Fr 10–18 Uhr · Sa 10–15 Uhr
Sie müssen nicht viel ausfüllen – Name und Telefon genügen. Den Rest besprechen wir in Ruhe am Telefon.