Der Markt für Betreuung zu Hause ist groß – und nicht jeder Anbieter ist seriös. Damit Sie und Ihr Angehöriger nicht auf ein Lockangebot hereinfallen, finden Sie hier sieben klare Warnsignale. Je mehr davon zutreffen, desto vorsichtiger sollten Sie sein.
1. Der Preis wirkt zu günstig
Eine „Rundum-Betreuung" deutlich unter ca. 2.800 € im Monat? Schon der reine Mindestlohn für eine 40-Stunden-Woche liegt bei rund 2.400 €. Liegt ein Angebot weit darunter, wird die Betreuungskraft oft nicht legal bezahlt – oder es kommen später Zusatzkosten obendrauf.
2. Keine klare Auskunft zur Anstellung
Auf die Frage „Wie und wo ist die Betreuungskraft angemeldet und versichert?" gibt es nur ausweichende Antworten. Bei legaler Entsendung aus dem EU-Ausland gehört eine gültige A1-Bescheinigung dazu – lassen Sie sie sich zeigen.
3. Versteckte Zusatzkosten
Anreise, Wochenend- und Feiertagszuschläge, „Sonderleistungen" – alles taucht erst nach Vertragsabschluss auf, nicht vorher in einer klaren, schriftlichen Aufstellung.
4. Niemand ist vor Ort erreichbar
Nur eine Hotline, ständig wechselnde Ansprechpartner, niemand, den Sie persönlich treffen können. Im Problemfall stehen Sie dann allein da.
5. Druck und Eile
„Nur heute", „schnell unterschreiben", hohe Vorkasse für mehrere Monate. Seriöse Anbieter geben Ihnen Zeit, in Ruhe zu entscheiden.
6. Keine Regelung für Vertretung
Was passiert bei Urlaub oder Krankheit der Betreuungskraft? Gibt es darauf keine klare Antwort, steht Ihr Angehöriger im Ernstfall plötzlich ohne Hilfe da.
7. Werbung mit „24-Stunden-Pflege"
Eine einzelne Person darf rechtlich nicht 24 Stunden am Stück arbeiten (Arbeitszeitgesetz, bestätigt durch das Bundesarbeitsgericht 2021). Wer eine echte Rund-um-die-Uhr-Dauerleistung durch eine Kraft verspricht, blendet die Rechtslage aus. Der Begriff gilt als irreführend. Seriöse Anbieter sprechen von Live-in-Betreuung oder Betreuung in häuslicher Gemeinschaft.
So sieht ein seriöses Angebot aus
- Schriftliche, vollständige Kostenaufstellung – vor der Unterschrift, ohne Überraschungen.
- Klare Auskunft, wie die Betreuungskraft angestellt, angemeldet und versichert ist (A1-Bescheinigung).
- Ein fester Ansprechpartner vor Ort, den Sie persönlich erreichen.
- Zuverlässig geregelte Urlaubs- und Krankheitsvertretung.
- Ehrliche Bezeichnungen statt irreführender Werbeversprechen.
- Zeit für Ihre Entscheidung – Beratung ohne Druck, unverbindlich und kostenlos.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Aufklärung und benennt keine konkreten Anbieter. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel lassen Sie ein Angebot fachkundig prüfen – oder sprechen Sie uns an.